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Gottes-Bilder

Wer glaubt, dass Gott reine Liebe ist, und jeden einzelnen Menschen bis in den letzten Winkel kennt und liebt, dessen Glaube hat Konsquenzen.

  • er „täuscht“ sich und Gott nichts vor,
  • daher kann er Gott nicht „enttäuschen“, sondern
  • fühlt sich von Gott getragen, auch wenn was falsch gelaufen ist.
  • stellt sich seiner Verantwortung,
  • überprüft seine Motivationen und Wünsche
  • gewichtet seine Ziele im Licht dieses Glaubens
  • dadurch wirkt er authentisch und reif

Aussagen wie: „Wie kann ein liebender, gerechter Gott so viel Leid zulassen?“ kommen aus einem anderen Gottesbild (und Welt + MenschenBild).

Zu dieser Aussage muss ich hier mal was sagen, zumal man nicht alles Leid pauschal in einen Topf werfen kann.

Einmal gibt es Leid, das wir uns selbst zufügen, weil wir die Konsequenzen unseres eigenen Fehlverhaltens zu spüren bekommen. Das sollte zur Einsicht führen, es in Zukunft besser zu machen. Gott dafür verantwortlich zu machen ist kindisch.

Dann gibt es Leid, das Andere verursachen. Manchmal mit Absicht, oft aber, weil sie sich der Konsequenzen für dich nicht bewusst sind. Wenn wir dem Nächsten das vergeben, entlasten wir uns selbst, denn dann können wir frei von Vergeltungsgedanken unbelastet in die Zukunft sehen. Natürlich klappt das in „schweren Fällen“ nicht auf Anhieb, genau deshalb ist es nützlich, das bei den Kleinigkeiten des Alltags schon mal zu üben, denn uns passiert sowas ja schließlich auch…

Dann gibt Leid, das „Gott zugelassen hat“. Ein Kind wird überfahren, ein Tsunami verursacht viele Tote oder ein Erdbeben, ein Vulkanausbruch.

Da ist man sich oft der Hintergründe dieser „Zulassung“ nicht bewusst. Was z.B. diese Naturkatastrophen anbetrifft, so ist unsere Erde nur deshalb in der Lage überhaupt Leben zu entwickeln und zu erhalten, weil es diese Art „Naturkatastrophen“ gibt. Die Atmosphäre unserer Erde verdünnt sich zum Weltraum hin und verliert beständig Masse. Die Erde ist aber ein aktiver Planet, die Konvektionsströme im Inneren erzeugen das Magnetfeld, das uns vor dem gefährlichen Sonnenwind schützt. Die Erdplatten bewegen sich auf dem Erdmantel und an den Kanten entstehen Vulkane und Erdbeben. Die Gase ersetzen die verlorene Masse der Athmosphäre, die Lava wird im Laufe der Zeit zu fruchtbarer Erde. Modelle der Erde, die Computer durchgerechnet haben, haben festgestellt, dass es nur einen ganz schmalen Bereich der verschiedenen Komponenten gibt, in dem die Bedingungen so sind, wie wir sie kennen. Wäre die Erdkruste nur wenig dicker und unflexibler, wäre die Gashülle der Erde längst in den Weltraum verschwunden. Wäre sie nur wenig dünner, dann würden die Kontinentalplatten nicht nur aneinander stoßen und an ihren Kanten Vulkane entstehen, sondern der zähflüssige Erdmantel, auf dem die Schollen schwimmen, würde die gesamte Erdkruste in unregelmäßigen Abständen komplett umwälzen und damit wäre in beiden Fällen kein Leben möglich.

Die Erde warnt sogar vor den Gefahren: Vulkane rauchen vor sich hin, das Meer schwappt im Rythmus der Gezeiten in seinem Bett mal höher, mal niedriger. Flüsse treten im Frühjahr regelmäßig über ihre Ufer. Menschen, die mit ihrem Verstand so viele technische Erleichterungen erarbeitet haben, können wohl die Gefahren erkennen, die in diesen Gebieten auftreten können. Dennoch leben sie an den Küsten des Meeres, in Flusstälern und auf den fruchtbaren Böden in den Vulkangebieten, weil sie ihren Vorteil in Form von Bequemlichkeit oder Reichtum für wichtiger halten als ihre Sicherheit.

Mit diesem Hintergrund stelle ich also die Frage „wie kann Gott so etwas zulassen?“ garnicht. Ich frage mich stattdessen was mir die jeweilige Situation sagen will und welcher Entwicklungsschritt nun von mir gefordert wird. Zumindest versuche ich das so.

Welt-Bilder

Um stimmig und sinnvoll in unserem Leben einen Platz zu haben, ordnen wir uns selbst in einen umfassenden Kontext ein.  Man könnte fast sagen, den Sinn, den jeder von uns in seinem Leben und für seine Existenz findet, wird von der stimmigen „Trinität“ aus Gottesbild, Weltbild und Menschenbild bestimmt. Da Gott nur im Glauben gefunden werden kann, ist so ein stimmiges Bild nicht durch unser naturwissenschaftliches Wissen allein zu finden.

Nehmen wir mal zwei bekannte Theorien: die beiden Schöpfungsberichte in der Bibel, versus Urknall- und Evolutionstheorie. Was als erstes auffällt: die beiden Ersten sind deutlich kürzer. Wir neigen dazu, die dann etwas plastisch auszuschmücken, vor allem mit Bildern, wie die vielen Darstellungen von Adam und Eva im Paradies zeigen.

Urknalltheorie und Evolutionstheorie sehen aber auch so aus als wären sie längere Fassungen der Schöpfungsgeschichte. Gut, Gott kommt nicht vor, die Zeiten sind etwas großzügiger, aber ansonsten passt die Reihenfolge, in der die Lebewesen entstanden sind, zu der ersten Schöpfungsgeschichte (Genesis 1,1–2,3(4a) ).

Ab Genesis 2,7 wird die Schöpfung aus der Sicht des Menschen beschrieben. Als erstes wird der aufwachsende Mensch mit der Umwelt konfrontiert, die er entdeckt und der er Namen gibt. Dann begegnet ihm sein Gegenüber, der Erwachsene begegnet seiner Partnerin. (Nicht umsonst heißt es später immer wieder: „… er erkannte sein Weib und zeugte…“) Im Zuge des Zusammenlebens schieben sich die Beiden dann gegenseitig die Verantwortung für ihr eigenes Fehlverhalten in die Schuhe und müssen deshalb das Paradies verlassen.

Ich finde es sieht so aus, als ob man von verschiedenen Perspektiven aus auf das gleiche Ereignis blickt. Eine wissenschaftliche Theorie, die ich persönlich ziemlich spannend finde, verlinke ich hier mal. Ich habe den Artikel für mich ins Deutsche übersetzt um das Konzept wirklich zu verstehen… (Wer die Übersetzung gerne haben möchte, maile mir, einfach hier verlinken kann ich sie aus urheberrechtlichen Gründen nicht.)

Das zeigt: es gibt viele Welterklärungen. Alle zeigen nur eine bestimmte Perspektive. Also kein Stress, niemand war dabei, auch die eifrigsten Verfechter mit den tollsten Titeln müssen ihrer Theorie glauben.

Leisten wir uns doch einfach mal einen Perspektivwechsel und betrachten die Welt von einer anderen Seite.

Wer ist „Unser Vater“?

Kinder haben Eltern und oft sind sie leicht zuzuordnen, weil sie sich ähnlich sind oder ähnlich sehen.

Wie ist es denn mit den Menschen allgemein? Dass wir als biologische Wesen als Mutter die Natur haben, kann wohl niemand bestreiten. Aber wer ist unser Vater?

Ähnlichkeiten geben Hinweise aber keine letzendlich gültigen Beweise. Da wir unsere Biologie von Mutter Natur haben, muss die Ähnlichkeit mit unserem Vater wohl woanders zu suchen sein. Was gibt es denn da wohl für Hinweise?

Z.B. in der Bibel: “ Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. “ (Röm. 8,14)

Welcher Geist treibt uns? Bzw: Wenn wir unser Treiben betrachten, wer ist dann unser Vater? Oder: Wen wünschen wir uns als Vater, bzw. WIE wünschen wir uns unseren Vater?

Kleine Kinder können nichts an den Familienverhältnissen tun. Sie haben nun mal IHRE Eltern und die prägen auch die Vorstellung des Kindes was und wie ein Vater und eine Mutter sind. Mitunter merken sie erst als Erwachsene, wie anders andere Eltern mit ihren Kindern umgegangen sind.

In der Pubertät ist es für gesunde Kinder normal, die eigenen Eltern zu hinterfragen. Wir Menschen brauchen das, sowohl der Einzelne, als auch die Menschheit selbst. Gäbe es nicht immer wieder Phasen, in denen wir uns selbst in Zweifel ziehen, gäbe es auch keine Entwicklung. Und wir als Menschheit würden noch immer „auf den Bäumen sitzen“, wenn pubertierende Vorfahren sich nicht herunter gewagt hätten.

Was hat das nun mit „Eltern und Kindern“ zu tun?

Der Anteil Neugier, der die Entwicklung voran treibt, ist Erbteil von Mutter Natur, denn das finden wir auch bei den Tieren. Darüber reflektieren, sich diesen Prozess bewusst machen, das gibt es schon weniger häufig. Verantwortung für unsere ganz persönlichen Taten übernehmen, dass gibt es sonst nicht – soweit wir wissen. Ein Hinweis darauf, „wessen Geistes Kind wir sind“?

In dem Bericht von „Adam und Eva im Paradies“ wird die Entstehung des Menschen und der Menschheit in einem mythologische Bild beschrieben. Die Schlussfolgerung, die ersten Menschen wären „blos wegen eines Apfels“ aus dem Paradies geworfen worden, finde ich zu kurz gedacht, denn, wenn man die ganze Geschichte ließt, dann wird klar: Hier drücken sich alle vor der Verantwortung für ihr Verhalten und Alle werden bestraft. Auch die Schlange, der Verführer! Und das ist der Hinweis auf die wirkliche Sünde.

Wir haben diese Verantwortung institutionalisiert, in allen Bereichen: Kinderbetreuung und Altenpflege, Ernährung, Bildung, Umwelt, Religion, ein Wust von Institutionen, die die Verantwortung für alles tragen, von dem wir zwar genießen wollen, aber möglichst einfach und billig, und nur da wo wir auch selbst einsehen, was wie nötig ist.

Das entscheidende Kriterium, nach dem diese Institutionen verfahren ist der „maximale Gewinn bei gerinngsten Kosten“ und zudem hat „frei Verfügbares“ keinen „Eigenwert“ in diesem System. Diese „Verschiebung von Verantwortung“ an Institutionen hat uns in eine prekäre Lage gebracht. Die Umweltverschmutzung ist da blos ein Symptom für ganz andere „Verantwortungsverschiebungen“ und so sind z.B. Umweltprogramme auch keine wirkliche Lösung des Grundproblems.

Es hilft nichts, die Verantwortung für diese Dinge bei Institutionen einzufordern, wir müssen uns selbst ermächtigen, unsere Verantwortung selbst wieder zu übernehmen. Jeder einzelne von uns, jeder für seine eigenen Taten. Dann kommt der einzelne Mensch auch „aus der Pubertät heraus“ und wird „erwachsen“ im wahren Sinne und in der Folge davon auch die Menschheit.

Daran, wie wir das tun, wie und wo wir unsere Verantwortung annehmen, kann man erkennen, wer unser geistiger Vater ist.

Anonym (M)

Ich habe nicht die Säuglingstaufe empfangen. Meine evangelische Erwachsenentaufe empfing ich einer Landeskirche in Münster, am Ostersonntag 2015 pünktlich mit dem Aufstieg der Sonne. Mein Taufspruch ist die bekannte „Goldene Regel“. Es war atemberaubend – obwohl die Taufe keine Herzensentscheidung war, ich wurde gedrängt. Den intrisischen Glauben erlangte ich später.

Lange Jahre war ich auf der Suche nach dem Lebenssinn. Ich suchte erstmalig mit dreizehn Jahren im Buddhismus und der Meditation nach Spiritualität. Kurze Zeit später wandte ich mich göttinnenzentriertem (Neu)-Heidentum zu, so wie es heute in Europa und den Vereinigten Staaten ausgeübt wird. Das freie Heidentum war mir zu unsicher, ich sehnte mich nach festen Strukturen und Halt. Zuerst fand ich diesen Halt im rekonstruierten griechischen Heidentum („Hellenismos“), später im rekonstruierten germanischen Heidentum („Asatru“). Ich verehrte die jeweiligen Götter. Ich sang Lieder, opferte Speise und Trank und las Literatur der Antike. Ich beschäftigte mich im privaten Rahmen mit Esoterik, Wahrsagung, Channeling, Kräuterkunde und weißer Magie.

Im Verlauf von zwei Jahren weihte mich eine ehemalige Freundin zur „Usui-Reiki-Meisterin“ und engagiert trainierte ich diese Form der Energieübertragung. Spätestens während der „Reiki“-Einweihungen öffnete ich dem Satan Tür und Tor zu meinem Geist. Ich entwickelte lesbisches Verlangen und empfand Selbsthass. Ich war zu diesem Zeitpunkt seit zwei Jahren regelmäßige Besucherin des Hexen- und Heidenstammtischs Münster. Ich kontaktierte die Heidenszene und schloss teilweise enge Freundschaft mit ihnen. Der Glaube ließ mich dennoch keine Ruhe finden, magisch tätig war ich kaum und ich bekam zunehmend das Gefühl, dass die Götter und Göttinnen sich von mir entfernten. Aufgrund persönlicher Krisen erkrankte ich psychisch.

Während eines Klinikaufenthalts reflektierte ich meine religiösen Überzeugungen, in diesem Zeitraum rettete mich JESUS. Ich begann die Bibel zu lesen, christlichen Lobpreis zu hören und vernetzte mich mit gläubigen Christen. GOTT hat mich berührt und führt mich aus der schwarzen Finsternis. Der Psalm 23 ist mein täglicher Begleiter bis heute. Der HERR selbst stärkt mich und gibt mir Kraft zu kämpfen. Ohne IHN wäre ich gestorben – innerlich wie äußerlich. Dank IHM lebe ich in Reinheit und habe mein Gleichgewicht gefunden. Halleluja!

Frauenpower

Nur einige der religiösen Institutionen lassen Frauen gleichberechtigt in ihrem System wirken. Über alle Religionsgrenzen hinweg möchten Frauen aber dabei sein, teilhaben, mitsprechen und handeln.

Warum wollen Frauen im bestehenden System gleichberechtigt sein?

Ich kenne das. Auch in meiner Gemeinschaft dürfen „wir Schwestern“ Kinder hüten, Kaffee kochen und Kirche putzen. Eine Weihe zum Amt, bekommen nur „die Brüder„. Inszwischen bewegt sich was: Frauen sitzen im Gemeindegremium, organisieren, dirigieren etc. Fürs Amt braucht man aber, zu allen anderen Qualifikationen, auch die richtige Chromosomenkombination. Immerhin gibts auch in meiner Gemeinschaft Überlegungen zu diesem Thema.

Machen wir doch einfach selbst was wir wollen…

In diese Richtung denke ich immer mehr. Immerhin ist das System der meisten religiösen Institutionen historisch aus dem Patriachat heraus entstanden. Ist es wirklich eine „Befreiung der Frauen“ oder echte „Gleichberechtigung“, wenn Frauen im bestehenden System zugelassen werden? Oft sind die Frauen, die dann unter lauter Männern mit am Tisch sitzen, schon „systemkonform“. Richtig spannend wird es, wenn wir im Team loslegen.

Was gibt es da schon?

ich fange mal eine Liste an. Mailt mir, wenn ich auf weiteres hinweisen soll.

Erfahrungsaustausch, unmittelbar, von Frau zu Frau?

Themenvorschläge an meinbeitrag@glaubeninmuenster.de dann können wir per Doodle-Umfrage Termine vorschlagen und vereinbaren.