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Jenseitsvorstellungen

Gibt es ein Weiterleben nach dem Tod des physischen Körpers?

Ich persönlich glaube Ja! Es glaubt ja auch niemand, dass dann, wenn man den Stecker aus der Steckdose zieht, die im Fernsehen gesendete Sendung kaputt ist. Wir wissen, das Medium, das uns den Zugang zur Sendung geschaffen hat, kann diesen Dienst nicht mehr erfüllen. Menschen haben diese Geräte geschaffen, sich dabei physikalische Gesetze zunutze gemacht, die sie nicht verstehen und es funktioniert. Die Evolution hat auch unsere Gehirne geschaffen und damit ein Medium, mit dem wir in dieser Welt agieren können. Und es funktioniert.

Sind wir biologische Wesen mit Bewusstsein oder sind wir Bewusstsein, dass eine zeitlang einen biologischen Körper bewohnt?

Ich glaube ja, dass das Bewusstsein die grundlegende Qualität ist und unser Hiersein im Körper die sekundäre Erscheinungsform. Allerdings glaube ich nicht, dass die Reinkarnation tatsächlich genauso passiert, wie wir denken. Ich glaube die Wirklichkeit ist noch irgendwie anders, aber je nachdem wie wie kulturell sozialisiert sind, sind „die Reinkarnation“ bzw. der „Glaube an ein Weiterleben nach dem Tode“ der Wahrheit nah genug kommende Vorstellungen. Wenn wir davon ausgehen, dass der Sinn unseres Lebens eine Entwicklung unseres Bewusstseins ist, können diese Vorstellungen uns Orientierung geben, und damit wären sie auch sinnvoll.

Leben wir nur einmal auf dieser Erde, oder werden wir mehrmals geboren?

Ich weiß es nicht, aber wenn wir annehmen, das wir mehrmals leben, kann das vielleicht manches erklären, was sonst nicht zu erklären wäre. Die Vorstellung, immer und immer wieder leben zu müssen, bis wir am Ende die Variante hinbekommen haben, die jemand sonst für uns für richtig hält, wäre aber ein Albtraum für mich. Möglicherweise ist „mehrmals geboren werden“ der Grundzustand. Ich glaube aber, dass Jesus für uns den Weg aus diesem Albtraum gelegt hat, wenn wir bereit sind an ihn zu glauben.

Müssen wir für unsere Fehler und „Sünden“ Rechenschaft ablegen oder bezahlen?

Das Problem mit unseren „Sünden“ ist, dass sie aus einer Einstellung entstehen, die mit dem Denken, Wollen und der Gesinnung Gottes nicht übereinstimmt. Die Sünde selbst ist, da Jesus für unsere Sünden gestorben ist, kein wirkliches Problem, aber die zugrunde liegende Einstellung dafür um so mehr.

Welchen Nutzen hat es zu glauben dass es ein Weiterleben nach dem Tode gibt?

Es kann einem die Angst vor dem Tod nehmen. Menschen, die bereits schon mal klinisch tot waren und ein „Nahtod-Erlebnis“ hatten, sagen oft, dass sie jetzt keine Angst mehr vor dem Tod haben. Angst vorm Sterben ist so normal wie Hunger und Müdigkeit und Teil unserer menschlichen Natur.

Welchen Nutzen hat es nicht an ein Weiterleben der Seele und an eine Verantwortung für seine Taten zu glauben?

Wenn die Seele nicht weiterlebt, kann sie auch nicht für Schlechtes oder Böses zur Verantwortung gezogen werden. Mit dem Glauben, dass mit dem Tod das Bewusstsein erlischt, kann ein „schlechtes Gewissen“ leichter ignoriert werden. Kehrseite ist aber oft eine größere Angst vor Tod und Sterben.

Wer ist „Unser Vater“?

Kinder haben Eltern und oft sind sie leicht zuzuordnen, weil sie sich ähnlich sind oder ähnlich sehen.

Wie ist es denn mit den Menschen allgemein? Dass wir als biologische Wesen als Mutter die Natur haben, kann wohl niemand bestreiten. Aber wer ist unser Vater?

Ähnlichkeiten geben Hinweise aber keine letzendlich gültigen Beweise. Da wir unsere Biologie von Mutter Natur haben, muss die Ähnlichkeit mit unserem Vater wohl woanders zu suchen sein. Was gibt es denn da wohl für Hinweise?

Z.B. in der Bibel: “ Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. “ (Röm. 8,14)

Welcher Geist treibt uns? Bzw: Wenn wir unser Treiben betrachten, wer ist dann unser Vater? Oder: Wen wünschen wir uns als Vater, bzw. WIE wünschen wir uns unseren Vater?

Kleine Kinder können nichts an den Familienverhältnissen tun. Sie haben nun mal IHRE Eltern und die prägen auch die Vorstellung des Kindes was und wie ein Vater und eine Mutter sind. Mitunter merken sie erst als Erwachsene, wie anders andere Eltern mit ihren Kindern umgegangen sind.

In der Pubertät ist es für gesunde Kinder normal, die eigenen Eltern zu hinterfragen. Wir Menschen brauchen das, sowohl der Einzelne, als auch die Menschheit selbst. Gäbe es nicht immer wieder Phasen, in denen wir uns selbst in Zweifel ziehen, gäbe es auch keine Entwicklung. Und wir als Menschheit würden noch immer „auf den Bäumen sitzen“, wenn pubertierende Vorfahren sich nicht herunter gewagt hätten.

Was hat das nun mit „Eltern und Kindern“ zu tun?

Der Anteil Neugier, der die Entwicklung voran treibt, ist Erbteil von Mutter Natur, denn das finden wir auch bei den Tieren. Darüber reflektieren, sich diesen Prozess bewusst machen, das gibt es schon weniger häufig. Verantwortung für unsere ganz persönlichen Taten übernehmen, dass gibt es sonst nicht – soweit wir wissen. Ein Hinweis darauf, „wessen Geistes Kind wir sind“?

In dem Bericht von „Adam und Eva im Paradies“ wird die Entstehung des Menschen und der Menschheit in einem mythologische Bild beschrieben. Die Schlussfolgerung, die ersten Menschen wären „blos wegen eines Apfels“ aus dem Paradies geworfen worden, finde ich zu kurz gedacht, denn, wenn man die ganze Geschichte ließt, dann wird klar: Hier drücken sich alle vor der Verantwortung für ihr Verhalten und Alle werden bestraft. Auch die Schlange, der Verführer! Und das ist der Hinweis auf die wirkliche Sünde.

Wir haben diese Verantwortung institutionalisiert, in allen Bereichen: Kinderbetreuung und Altenpflege, Ernährung, Bildung, Umwelt, Religion, ein Wust von Institutionen, die die Verantwortung für alles tragen, von dem wir zwar genießen wollen, aber möglichst einfach und billig, und nur da wo wir auch selbst einsehen, was wie nötig ist.

Das entscheidende Kriterium, nach dem diese Institutionen verfahren ist der „maximale Gewinn bei gerinngsten Kosten“ und zudem hat „frei Verfügbares“ keinen „Eigenwert“ in diesem System. Diese „Verschiebung von Verantwortung“ an Institutionen hat uns in eine prekäre Lage gebracht. Die Umweltverschmutzung ist da blos ein Symptom für ganz andere „Verantwortungsverschiebungen“ und so sind z.B. Umweltprogramme auch keine wirkliche Lösung des Grundproblems.

Es hilft nichts, die Verantwortung für diese Dinge bei Institutionen einzufordern, wir müssen uns selbst ermächtigen, unsere Verantwortung selbst wieder zu übernehmen. Jeder einzelne von uns, jeder für seine eigenen Taten. Dann kommt der einzelne Mensch auch „aus der Pubertät heraus“ und wird „erwachsen“ im wahren Sinne und in der Folge davon auch die Menschheit.

Daran, wie wir das tun, wie und wo wir unsere Verantwortung annehmen, kann man erkennen, wer unser geistiger Vater ist.