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Wer ist „Unser Vater“?

Kinder haben Eltern und oft sind sie leicht zuzuordnen, weil sie sich ähnlich sind oder ähnlich sehen.

Wie ist es denn mit den Menschen allgemein? Dass wir als biologische Wesen als Mutter die Natur haben, kann wohl niemand bestreiten. Aber wer ist unser Vater?

Ähnlichkeiten geben Hinweise aber keine letzendlich gültigen Beweise. Da wir unsere Biologie von Mutter Natur haben, muss die Ähnlichkeit mit unserem Vater wohl woanders zu suchen sein. Was gibt es denn da wohl für Hinweise?

Z.B. in der Bibel: “ Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. “ (Röm. 8,14)

Welcher Geist treibt uns? Bzw: Wenn wir unser Treiben betrachten, wer ist dann unser Vater? Oder: Wen wünschen wir uns als Vater, bzw. WIE wünschen wir uns unseren Vater?

Kleine Kinder können nichts an den Familienverhältnissen tun. Sie haben nun mal IHRE Eltern und die prägen auch die Vorstellung des Kindes was und wie ein Vater und eine Mutter sind. Mitunter merken sie erst als Erwachsene, wie anders andere Eltern mit ihren Kindern umgegangen sind.

In der Pubertät ist es für gesunde Kinder normal, die eigenen Eltern zu hinterfragen. Wir Menschen brauchen das, sowohl der Einzelne, als auch die Menschheit selbst. Gäbe es nicht immer wieder Phasen, in denen wir uns selbst in Zweifel ziehen, gäbe es auch keine Entwicklung. Und wir als Menschheit würden noch immer „auf den Bäumen sitzen“, wenn pubertierende Vorfahren sich nicht herunter gewagt hätten.

Was hat das nun mit „Eltern und Kindern“ zu tun?

Der Anteil Neugier, der die Entwicklung voran treibt, ist Erbteil von Mutter Natur, denn das finden wir auch bei den Tieren. Darüber reflektieren, sich diesen Prozess bewusst machen, das gibt es schon weniger häufig. Verantwortung für unsere ganz persönlichen Taten übernehmen, dass gibt es sonst nicht – soweit wir wissen. Ein Hinweis darauf, „wessen Geistes Kind wir sind“?

In dem Bericht von „Adam und Eva im Paradies“ wird die Entstehung des Menschen und der Menschheit in einem mythologische Bild beschrieben. Die Schlussfolgerung, die ersten Menschen wären „blos wegen eines Apfels“ aus dem Paradies geworfen worden, finde ich zu kurz gedacht, denn, wenn man die ganze Geschichte ließt, dann wird klar: Hier drücken sich alle vor der Verantwortung für ihr Verhalten und Alle werden bestraft. Auch die Schlange, der Verführer! Und das ist der Hinweis auf die wirkliche Sünde.

Wir haben diese Verantwortung institutionalisiert, in allen Bereichen: Kinderbetreuung und Altenpflege, Ernährung, Bildung, Umwelt, Religion, ein Wust von Institutionen, die die Verantwortung für alles tragen, von dem wir zwar genießen wollen, aber möglichst einfach und billig, und nur da wo wir auch selbst einsehen, was wie nötig ist.

Das entscheidende Kriterium, nach dem diese Institutionen verfahren ist der „maximale Gewinn bei gerinngsten Kosten“ und zudem hat „frei Verfügbares“ keinen „Eigenwert“ in diesem System. Diese „Verschiebung von Verantwortung“ an Institutionen hat uns in eine prekäre Lage gebracht. Die Umweltverschmutzung ist da blos ein Symptom für ganz andere „Verantwortungsverschiebungen“ und so sind z.B. Umweltprogramme auch keine wirkliche Lösung des Grundproblems.

Es hilft nichts, die Verantwortung für diese Dinge bei Institutionen einzufordern, wir müssen uns selbst ermächtigen, unsere Verantwortung selbst wieder zu übernehmen. Jeder einzelne von uns, jeder für seine eigenen Taten. Dann kommt der einzelne Mensch auch „aus der Pubertät heraus“ und wird „erwachsen“ im wahren Sinne und in der Folge davon auch die Menschheit.

Daran, wie wir das tun, wie und wo wir unsere Verantwortung annehmen, kann man erkennen, wer unser geistiger Vater ist.