Weihnachten

… ist jetzt schon fast vorbei… Warum schrieb ich dazu bisher nichts? Weil ich unter dem ganzen Konsumrummel mit Tannenbaum und Weihnachtsmann keinen wirklichen Bezug mehr zum christlichen Feiertag finde.

Ich bin kein Freund von Äußerlichkeiten, mir bedeuten Feiertage nicht so viel. Weihnachten feiern die Christen die Geburt Jesu. Ob er an dem Tag tatsächlich geboren wurde, die Chance ist etwa 1 zu 364. Ungefähr jedenfalls. Ob Jesus wohl seinen Geburtstag selbst gefeiert hat? Die Bibel berichtet davon nichts.

Was wichtig ist: um auf der Erde lehren zu können, musste er auf der Erde als Mensch von einer Mutter geboren werden. Die Weihnachtsgeschichte erzählt die Einzelheiten. Wir hier in Deutschland feiern vor allem Weihnachten, in anderen christlichen Gegenden stehen die Ereignisse um Jesu Tod und Auferstehung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Als Jesus geboren wurde, glaubten die meisten Menschen (abgesehen von den Juden) an eine Götterschar. Die Götter der Griechen, Römer und Ägypter z.B. wurden in Tempeln dargestellt, ihnen wurden Opfer gebracht, sie wurden gepflegt, gekleidet u.s.w. Die Menschen dienten den Göttern um sie dann bei Bedarf um Hilfe anrufen zu können. Das war sozusagen ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Opfer den Göttern, Beistand den Menschen.

Nur bei den Juden war es anders. Der Gott der Juden brauchte nichts, der Opferdienst im Tempel galt dem Wohl des Volkes, denn damit wurde es wieder für ein weiteres Jahr mit Gott versöhnt.

Nun kommt dieses Kind zur Welt, und plötzlich ist es anders. Diese Kind braucht eine Mutter, Pflege und Schutz, und es verkündet noch keine Lehre. Sich einem „Christkind “ zuzuwenden, bedeutet sich einem „Gott“ zuzuwenden der zum einen noch keine Vorbildfunktion hat, und den man außerdem dadurch, dass er noch abhängig ist, vorab schon mal für sich einnehmen kann.

Und wir? Ist uns ein Gott, dem wir mit dem dienen können, was uns gerade einfällt lieber, als einer der ein Vorbild und Beispiel ist? Bequemer ist es auf jeden Fall. Es ist auch bequemer den Kindern zu Weihnachten Geschenke zu machen, als da zu helfen wo unsere Hilfe wirklich gebraucht wird. Da wo Hilfe gebraucht wird ist es eher dunkel und schmuddelig. Da ein Licht anzuzünden, das würde wirklich einen Unterschied machen… und dem entsprechen, was der erwachsene Jesu getan hat.

Wir tragen das Licht an Weihnachten vor allem dahin, wo eh schon alles erleuchtet ist. Beschenken die Kinder und nicht die Obdachlosen. Überhaupt, die Kinder, vor allem unsere eigenen. Die Werbung suggeriert ein heiles Feiertagsspektakel mit glücklichen Familien, schicken Klamotten, Gänsebraten und Silberbesteck und wir adoptieren diese Vorstellung, als wären wir selbst Kinder und könnten keine eigenen Perspektiven entwickeln.

Wollen wir vielleicht mal erwachsen werden und uns in jeder Hinsicht dem zuwenden, was wirklich wichtig ist?

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